Archive for December, 2006

Ideen zum Fürchten…

Monday, December 18th, 2006

Eine sehr nette Sammlung teilweise wirklich wahnwitziger Kampagnen: http://www.scaryideas.com/Adverts/

Darunter findet sich auch eine Kampagne von Scholz & Friends für jobsintown.de, mit der S&F einige Preise abgeräumt haben. Selbiges Motiv wurde jedoch anscheinend schon vorher für eine andere Kampagne entwickelt, was den damaligen Auftraggeber MTV garnicht glücklich stimmt…

Ebay: Hobbyhändler oder Powerseller?

Friday, December 15th, 2006

Privatverkauf oder gewerblicher Handel? Das ist immer die Frage, wenn man mal mehr als die Weihnachtsgeschenke von letztem Jahr verhökert. Interessant ist diese Unterscheidung nicht nur im Hinblick auf das Finanzamt, sondern vor allem in Bezug auf die Hinweispflichten, die der gewerbliche Handel zum Schutze des Verbrauchers einhalten muß. Eh man sich´s versieht, flattert eine Abmahnung ins Haus - der Wind wird zunehmend eisiger, und die Konkurrenz (bzw. wer sich dafür hält) ist wachsam.

Eine interessante Meldung kommt da aus Coburg: Selbst 1700 Bewertungen liessen “keinen Rückschluß auf gewerbliches Handeln zu”, findet das dortige Landgericht in einem Urteil vom 19.10.2006 (Az. 1 HK O 32/06) - und setzt den gewerblichen Händler dabei gleich mit der Ebay-Einstufung ”Powerseller”. Diesen Status erreicht man erst mit mindestens 3.000 Euro Umsatz oder mindestens 300 verkauften Artikeln monatlich. Manch kleiner “echter” Gewerbetreibender muß u.U. ganz schön strampeln, um solche Umsätze zu erreichen.

Kurios, wie ich finde…erst recht, wenn man sich den Fall anschaut, der dem Urteil zugrunde liegt. Der geneigte Leser führe sich dazu diesen Kommentar >> zu Gemüte. Sehr interessant.

Da die Rechtsprechung das bislang überwiegend anders sah, würde ich mich nicht unbedingt auf diese Entscheidung verlassen…

W&V startet multimedial

Thursday, December 14th, 2006

“W&V@live” heißt ein neues Angebot von (wer hätte das gedacht) W&V. Gesprochen wird das übrigens “W und V at live”, was sich mir zwar nicht ganz erschließt, aber das muß es ja auch nicht. Ist ja nur eine Kreation eines Fachmagazins für Werbefachleute, die allzu gerne in den schillerndsten Farben die kommunikativen Verfehlungen anderer genüßlich ausbreiten…ähm…wo war ich? Ach ja: “W&V at live also” (so lautet übrigens auch die Domain: http://www.wuvatlive.de/). Nun, sie sind also multimedial geworden. Klickt man das ganze an, erscheint ein virtuelles, 30-seitiges Heft, in dem man nach Herzenslust und unter Genuß aller in Flash aufzubietenden Spielereien schmökern kann. Filmchen, Interviews, Bilderserien, interaktive Grafiken - alles sehr schön aufbereitet und vor allem bewegt und schnell. Das macht grundsätzlich schon viel Spaß.

Grundsätzlich.

Denn die Umsetzungen ist sicherlich nett und stylish, mit all den überlagerten Bildchen, die sich per Mausberührung öffnen und Viedeoclips oder Tondokumente abspielen. Allerdings hat man hier die “Schafft endlich den Klick ab”-Rufe allzu ernst genommen und erzielt (aus meiner unbescheidenen Sicht) im Endeffekt genau das Gegenteil: Aus purer Freude am Entdecken, stöbern, anschauen wird ein nervtötender Overkill. Denn logischerweise starten die Filmchen schon bei der kleinsten Mausberührung, also auch wenn man nur mal mit dem Zeiger quer über die Seite fährt. Und das macht man halt eben so, wenn man im Netz unterwegs ist. Dazu kommt, daß man auch durchaus mal mit dem Zeiger vom Bildchen runterfährt, wenn man gerade einen Clip anschaut. Dann schließt sich das Fensterchen, man fährt wieder drüber, es öffnet sich und spielt den schon fast zuende geschauten Clip von vorne ab. Das nervt, um es auf gut Deutsch zu sagen.

Liebe WundVler: Wegen Euch lasse ich meine rechte Hand nicht in Ehrfurcht erstarren, sobald ich mir ein Filmchen anschaue…

Was dabei aber noch viel mehr stört: Bin ich von links mit der Maus auf dem Weg nach rechts und überfahre dabei eins der Bildchen, wird durch die Öffnung desselbigen der eigentlich angesteuerte Fleck verdeckt…und schon haben wir ein lustiges Auf und Zu der verschiedensten Bild- und Tonfiles. Wenn dann noch beim Überfahren sofort die Spots losgehen und auch gleich wieder aufhören, ist das einfach zu viel für meine Nerven, ganz ehrlich. Daß einige der Links tot sind und sich die falschen oder gar keine Dokumente öffnen oder daß auch auf der folgenden Seite plötzlich der Spot der vorhergehenden losgeht und mich zu Tode erschreckt, verbuche ich unter Startschwierigkeiten und nehme es nicht weiter übel.

Ein ganz persönliches Störelement ist die (ebenfalls interaktive) Werbung, die unvermittelt Bild und Ton liefert und mich beim stöbern gänzlich durcheinander bringt. Aus Sicht des darwinistischen Marketings gut gemacht: Die Aufmerksamkeit ist der Anzeige sicher. Der Nervfaktor allerdings auch. Aber ich hätte es an ihrer Stelle vermutlich ebenfalls versucht…

Meine persönliche Wunschliste an die Kreativen:
- Laßt uns klicken, liebe Leute…wir mögen es, wir brauchen es, wir schätzen die Kontrolle!
- Wenn Ihr das schon nicht wollt: Stellt eine Verzögerung ein, die die Spots nicht sofort anspringen lassen wenn man mit dem Zeiger auch nur in die Nähe des Bildchens kommt.
- Überlagerte Bilder sehen todschick aus, sind aber völliger Quark, wenn man sie direkt ansteuert und dann genau treffen muß. Nicht, daß ich mit der Maus nicht treffsicher wäre, aber: Entzerrt das ganze, macht es handlicher!

Fazit: Nett gemacht, aber ein wenig übers Ziel hinausgeschossen. Dennoch lädt das ganze zum stöbern ein - und ich werde sicherlich ab und zu reinschauen. Vielleicht ändert sich ja auch das eine oder andere Detail. Mein persönlicher Favorit: Die “Geräuschvollen Markenauftritte” auf Seite 21.

http://www.wuvatlive.de/
Interview mit Chefredakteur Dr. Jochen Kalka >>

Neue Studie über Ebay-Käuferverhalten: “Sofort kaufen” vs. “Auktion”

Tuesday, December 12th, 2006

Gerade gefunden bei internetworld.de: Laut einer Studie ersteigern 12% aller Ebay-Nutzer Produkte über dem offiziellen Verkaufspreis. Das Ergebnis ist sicherlich nicht neu, aber immer wieder interessant. Natürlich hängt das von Produkt, Nische und Präsentation ab, keine Frage. Nichts desto trotz kann es sich für Verkäufer lohnen, dieses Verhalten über einen begrenzten Zeitraum selbst zu testen.

Weihnachtsgeschenke

Friday, December 8th, 2006

Erinnern Sie sich? Früher…früher gab´s mal Weihnachtsgeschenke. Nein, ich meine nicht die grobmaschigen selbstgestrickten Schals von Tante Heidrun. Ich meine diese kleinen, oftmals technischen Gadgets, die man von seinen Lieferanten geschickt bekam. Föns, Schirme, Uhren. Und mein Favorit, damals als kleiner Unternehmernachfolger: Taschenmesser. Sowas machte sich immer gut unter dem Weihnachtsbaum. Und die ganze Familie schaute gnädig drüber hinweg, daß da noch das Logo der Versicherung draufgedruckt war.

Mit der Zeit nahm das ab. Nach wirklich netten Sachen kamen die günstigeren, aber immer noch halbwegs tauglichen. Dann kamen Horden von Kugelschreibern, Schreibblocks, Lineale. Dann Kalender. Dann nichts mehr.

Ich prangere das an!

Das wollte ich nur mal gesagt haben. Falls einer meiner Lieferanten mitliest…

burundikids e.V.

Monday, December 4th, 2006

Weiß jemand, wo Burundi liegt?

Burundi ist einer der kleinsten Staaten Afrikas und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Unbeachtet von der Weltöffentlichkeit (im Gegensatz zu den Nachbarstaaten Ruanda oder Kongo) leben in Burundi knapp 60% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Unter jahrzehntelangen Machtkämpfen, Rassenhass, Vertreibung und politischer Instabilität haben hunderttausende Menschen ihr Leben verloren und das Land rangiert laut Wikipedia mittlerweile auf Platz eins des Welthungerindex, ist also das am stärksten vom Hunger betroffene Land der Welt.

Der Verein burundikids e.V. wurde 2003 gegründet und widmet sich den Kindern in Burundi, um ihnen die Chance auf eine lebenswerte Zukunft geben. Teil des Engagements ist neben Planung und Bau einer Primarschule auch die Entsendung von jungen Menschen, die im Rahmen eines sozialen Jahres den Verein vor Ort unterstützen.

Philipp Ziser aus Karlsruhe ist einer davon: Zusammen mit seiner Freundin Lena und zwei weiteren Mädels reiste er Anfang November nach langer und intensiver Vorbereitungszeit nach Bujumbura und arbeitet seither in einem Kinderheim mit knapp 60 Burundischen Zwergen.

Wie es sich für einen jungen, ohnehin journalistisch tätigen Menschen gehört, führt Phil ein online-Tagebuch. Hier beschreibt er direkt und unmittelbar seinen Alltag und die vielen kleinen und größeren Unwägbarkeiten - wie zum Beispiel, als er sich gleich Anfang November eine lustige Malaria einfing…

Sein Blog findet sich unter: pziser.wordpress.com und bietet einen sehr interessanten Einblick in die Welt der Helfer vor Ort.

Ein paar weiterführende Links:

www.burundikids.de
de.wikipedia.org/wiki/Burundi
www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Burundi.html
www.ka-news.de/karlsruhe/news.php4
www.ka-news.de/karlsruhe/news.php4